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25 Φεβρουαρίου 2017

Die Zukunft läuft davon

Griechenlands Professoren versuchen, ihre Universitäten zu retten. Doch für das marode System gibt es keine Hilfe. Viele Studenten sehen ihre letzte Chance im Ausland.

Die 29-jährige Kelly Fanarioti verlor den Glauben an das griechische Bildungssystem, als eigentlich ein Erfolg ihrer Universität gefeiert werden sollte: Vier Jura-Studenten aus Athen hatten den ersten Preis eines europäischen Wettbewerbs gewonnen. In Belgrad sollten die jungen Griechen für ihre Leistung ausgezeichnet werden. Doch die griechische Universität konnte sich die Fahrt für die Sieger nicht leisten.

Dabei sind die Fahrtkosten noch das kleinste Problem der Bildungseinrichtungen: Seit der Finanzkrise kürzte die Regierung die öffentlichen Bildungsmittel um rund 60 Prozent. Immer wieder suchen die Universitäten nach Lösungen, um das marode System zu retten. Langzeitstudenten sollten exmatrikuliert, weniger Erasmus-Studenten aufgenommen werden und Studenten mehr an der Hochschulpolitik mitwirken – genutzt hat das nichts.

Einen neuen Versuch starteten die vier größten Universitäten des Landes in der vorigen Woche. Sie forderten das Bildungsministerium in einem offenen Brief auf, die Studentenzahl im Jahr 2018 um die Hälfte zu reduzieren. Anders als in Deutschland sind die griechischen Bildungsinstitute stark zentralisiert und öffentlich finanziert. Während Universitäten hierzulande weitgehend selbst entscheiden können, wohin ihre öffentlichen Mittel fließen, trifft das griechische Bildungsministerium die wichtigen Entscheidungen für die Hochschulen. Die Universitäten können weder beeinflussen, wie viel Mittel sie erhalten, noch welche Stellen neu besetzt werden oder wie viele Studenten sie betreuen müssen.

Dabei hätten die Universitäten eine Veränderung bitter nötig. Viele Universitätsmitarbeiter verloren im Zuge der Krise ihren Job. Wer ihn noch hat, arbeitet nun mehr Stunden in der Woche für weniger Geld. Griechische Zeitungen schätzen, dass rund 11.000 Stellen nicht besetzt sind. Griechen, die in Elternzeit sind oder kurzfristig an einer ausländischen Universität arbeiten, sind nicht eingerechnet.

Für Professoren wie Koniordas Sokratis ist das eine Katastrophe. "Wenn zehn Mitarbeiter gehen, dann kommt in Griechenland ein Mitarbeiter nach", sagt der Soziologie-Professor an der Universität in Kreta. Aufwendige Forschung sei schon lange nicht mehr möglich. Die Lehre sei im Vergleich zum Ausland schlecht. "Man fragt sich aber sowieso nur noch, wie man seine Familie ernähren soll", sagt der 60-Jährige. Wenn er die Möglichkeit auf eine Lehrstelle im Ausland hätte, dann würde er ohne Nachzudenken seine Koffer packen und sein Heimatland verlassen. Viele seiner jüngeren Kollegen hätten die Flucht ins Ausland schon angetreten.

Die Auswanderer kommen selten zurück
Doch auch wenn das Bildungsministerium die Studentenanzahl reduzieren würde, ließen sich die Probleme vermutlich nicht lösen: Griechenland erlebt seit Jahren einen Brain Drain, die Abwanderung akademischer Fachkräfte. Potenzielle griechische Berufstätige, in deren Bildung investiert wurde und die im Ausland arbeiten, wirtschaften nicht für ihr Geburtsland. Studien halten fest, dass die Auswanderer nur selten zurückkehren. Allein von 2010 bis 2013 verließen rund 350.000 Griechen ihre Heimat. Rund 270.000 von ihnen waren zwischen 20 und 39 Jahre alt.

Bisher betrifft der Brain Drain vor allem ausgebildete Kräfte. Würden die Studentenzahlen reduziert werden, könnte sich dieser auch bei den Studenten fortsetzen. Denn wer keinen Platz an einer griechischen Universität bekommt, wird keine andere Chance haben, als ins Ausland zu gehen.

So wie Dimitris Makrystathis. Der 28-Jährige hat ein Ingenieursstudium an der Universität Patras abgeschlossen und überlegt, für einen Master nach Deutschland oder Großbritannien zu gehen. "In jeder griechischen Universität gibt es finanzielle Probleme", sagt er. Es fehle nicht nur an Professoren, auch Bücher seien veraltet und wichtige Software würde nicht erneuert. Makrystathis, der sich in der Hochschulpolitik engagiert, möchte nicht, dass weniger junge Menschen an den Universitäten studieren. Damit sei das größte Problem, die Unterfinanzierung der Bildungsinstitute, nicht gelöst. Im schlechtesten Fall würde sich die Finanzlage zuspitzen. Denn die staatliche Förderung der Universitäten hängt von den aktiven Studenten ab. Weniger Studenten, das bedeutet auch weniger Fördergelder.

Eine Generation geht verloren
Dass der Brain Drain auch die akademischen Fachkräfte betrifft, zeigt sich an Gikkas Magiorkinis. Der Doktorand verließ sein Land im Jahr 2010, um an der Oxford-Universität in Großbritannien zu lehren und forschen. Der Virenforscher wäre auch an der Athener Universität geblieben, doch wirklich geworben habe keiner um ihn. Zwar wurde ihm eine Lehrstelle angeboten, doch der gesamte Bewerbungsprozess dauerte vier Jahre. Als die Zusage kam, saß Magiorkinis schon längst in Oxford und verdiente gut. "Ich würde gern die griechischen Universitäten unterstützen", sagt der 38-Jährige. Doch ihm seien nur Steine in den Weg gelegt worden. Er bot den Rektoren sogar an, für ein geringes Gehalt gleichzeitig in Oxford und Athen zu unterrichten. Doch auf solche Angebote seien die Universitäten nicht eingestellt. Was in anderen Ländern völlig normal ist, wäre in Griechenland eine Ausnahmesituation gewesen. In Oxford kann er nun in den neuesten Forschungslaboren arbeiten. Zurückkommen würde er nur, wenn sich die Verwaltung in Griechenland grundlegend verändere.

Schlimmer träfe eine Begrenzung der Studienzahl nur noch die Griechen, die sich kein Studium im Ausland leisten können. Denn wenn weniger Studenten zugelassen werden, verringert sich auch die Chance der Abiturienten, einen Studienplatz im Heimatort zu bekommen. Ein Umzug in eine entferntere Stadt oder auf eine andere Insel können sich viele griechische Familien nicht leisten. Seit der Finanzkrise leben viele Studenten wieder bei ihren Eltern, weil eine eigene Wohnung zu teuer wäre. Ein großer Teil der Generation droht, verloren zu gehen und ungelernt in Griechenland festzusitzen.

Schon jetzt hat Griechenland die höchste Rate an jungen Menschen, die weder studieren noch arbeiten. Die ökonomischen Folgen von Abwanderung und fehlender Ausbildung sehen Forscher als immens an. Abgesehen davon, dass die Gefahr besteht, in wirtschaftlich besseren Zeiten keinen Nachwuchs zu haben, gehen beispielsweise auch Steuern und Investitionen verloren. Auch die Chance auf eine bessere Qualität der Lehre verringert sich, wenn Gebildete das Land verlassen. Damit ist auch die wirtschaftliche Stabilität bedroht.

"Ich glaube, es gibt keinen Plan"
Die Zukunft der Universitäten ist ungewiss. Experten schätzen, dass sie sich ohne eine komplette Umstrukturierung nicht werden erholen können. Immer wieder wurde von verschiedenen Stellen gefordert, Studiengebühren oder Spenden einzuführen. Dies verbietet aber die Verfassung. "Wir wollten nie an unseren Studenten verdienen", sagt der Soziologie-Professor Sokratis. Nun nütze es aber sowieso nichts mehr. Die meisten Familien könnten sich keine Gebühren leisten. Die einzige Geldquelle, auf die sich die Bildungseinrichtungen stützen können, ist der bankrotte Staat. Und der zahlt nicht mehr. Sokratis hat resigniert: "Ich glaube, es gibt keinen Plan, um unsere Hochschulen zu retten."

"Ich schäme mich für mein Land", sagt Kelly Fanarioti. Sie hat den Abschluss in Kommunikation, Medien und Kultur an der Panteion Universität in Athen gemacht. Genau wie jeder zweite Jugendliche in Griechenland ist sie arbeitslos. "Jeden Tag raubt uns die griechische Regierung weitere Chancen", sagt sie über die wirtschaftliche Situation für junge Absolventen. Auch Fanarioti überlegt, ins Ausland zu gehen.


Sokratis würde ihr dazu raten. Er selbst hat zwei Töchter, die in Großbritannien studieren und arbeiten. Dort sind sie erfolgreich, in Griechenland wären sie arbeitslos.

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24 Οκτωβρίου 2015

Die jungen Leute sind am meisten betroffen

Seit Jahren hört man es täglich in deutschen Medien: Europa in der Krise, Griechenland in der Krise. Doch was bedeutet das für die Menschen in Griechenland konkret? Wie hat sich ihr Leben verändert? Steffen Haake hat bei zwei Griechen nachgehorcht.

Fotinos Pagiavlas, Verkehrspolizist und gewählter Gewerkschaftsvertreter in Athen, und Dimitris Makrystathis, Vorsitzender der NGO Youthnet Hellas und Mitglied im Jugendbeirat des Europarats, müssen nicht lange nachdenken, wenn man sie nach den Auswirkungen der Krise auf ihr Leben fragt.

25 Prozent weniger Lohn
Pagiavlas arbeitet sechs Tage pro Woche, darunter mindestens zwei Nachtschichten. Der Polizist kontrolliert den Verkehr und sorgt auch bei Demonstrationen oder Staatsbesuchen für Sicherheit. „Mir macht es nichts aus, mitten auf einer Kreuzung zu stehen oder Proteste abzusichern, das sind Aufgaben, die gemacht werden müssen“, sagt Pagiavlas. Monatlich bekommt er dafür 1.000 Euro Lohn, früher waren es 1.300 Euro – wegen der Krise sind die Löhne um durchschnittlich 25 Prozent gekürzt worden.

Doch Geld ist es nicht, das ihn antreibt, sich in der Gewerkschaft für die Rechte seiner Kolleginnen und Kollegen einzusetzen. „Für mich waren die Lohnkürzungen nicht so schlimm, ich mache einfach keine Reisen mehr“, scherzt Pagiavlas. Der Antrieb für sein Engagement liegt in seiner Überzeugung von einer offenen Gesellschaft: So war er der erste Athener Polizei-Gewerkschafter, der an einer Demonstration für die Rechte Homosexueller teilnahm. „Ich selbst habe eine Freundin und möchte auch eine Frau heiraten. Aber ich hielt es für wichtig, mich für die Rechte meiner schwulen Kollegen einzusetzen“, sagt er. Keine Selbstverständlichkeit. Nach der Demo hätten ihn zwar einige bewundert, aber viele seiner Kollegen hätten nicht mehr mit ihm geredet.

Kampf gegen Rechts
Seitdem Europa in der Krise ist und Griechenland besonders unter der Austeritätspolitik beziehungsweise den staatlichen Sparmaßnahmen leidet, ist Pagiavlas der Kampf gegen Rechts ein besonderes Anliegen. Schließlich fürchtet er den Aufstieg nationalistischer und rassistischer Bewegungen, die die Menschen mit einfachen Erklärungen für komplexe Probleme verführen.

Daher beteiligt er sich an einem Projekt des Athener Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung gegen rechte Organisationen. Auf diese Weise hofft er daran mitwirken zu können, Griechenland durch die Krise in eine bessere Zukunft zu manövrieren.

Die verlorene Generation
Die Zukunft ist es auch, die Dimitris Makrystathis beschäftigt – denn die gehört schließlich der Jugend, für die er sich mit Youthnet Hellas im Jugendbeirat des Europarates einsetzt. „Die Jugend ist aber auch die Gegenwart. Wir sind jetzt da, wir wollen jetzt mitreden“, sagt Makrystathis.

Er ist sich sicher: Jugendliche sind die Menschen, die am meisten unter der Krise zu leiden haben. Er nennt seine Generation die „verlorene Generation“, da sie ihrer Chancen beraubt wurde. Doch es gibt noch eine weitere Generation – die fehlende: Geht man durch die Straßen Athens, so fällt auf, dass es wenige Kinder gibt. Makrystathis und Pagiavlas sind sich einig: „Die Leute bekommen keine Kinder, weil sie es sich nicht mehr leisten können“, klagen sie. Auch Pagiavlas hat deshalb bisher auf Kinder verzichtet. „Einige meiner Kollegen haben Kinder und einen Kredit, die wissen nicht mehr, wie sie das bezahlen sollen.“

Weiter kämpfen
Das sind düstere Aussichten, die für die beiden engagierten Griechen jedoch Ansporn sind, weiter zu machen. Makrystathis will sich weiter im Jugendbeirat des Europarates einsetzen und der Jugend auf europäischer Ebene mehr Gehör verschaffen. Pagiavlas wird in verschiedenen Netzwerken weiter gegen Rechts, Diskriminierung und fallende Löhne kämpfen.



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9 Οκτωβρίου 2015

Die Situation ist für die Jugend alles andere als rosig

Youthnet Hellas ist eine Jugend-NGO, die landesweit verbreitet ist und mehrfach für ihr Engagement ausgezeichnet wurde. Eine Besonderheit ist, dass sie als erste griechische Organisation überhaupt, einen Jugendbericht herausgegeben hat. Wir haben mit Dimitris Makrystathis, dem Vorsitzenden von Youthnet Hellas gesprochen – auch über die Perspektiven des deutsch-griechischen Austauschs.

Herr Makrystathis, sagen Sie uns ein paar Worte zu der Organisation und den Aktivitäten von Youthnet Hellas.

Dimitris Makrystathis: Youthnet Hellas ist eine Nichtregierungsorganisation, eine gemeinnützige Einrichtung, die die aktive Beteiligung der Jugend auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene mittels Aktionen und Interventionen anstrebt. Ihr Ziel ist es, die Jugend auf der Grundlage von thematischen Initiativen zu vernetzen und die Umsetzung der Internationalen und Europäischen Jugendpolitik in Griechenland zu beobachten. In den letzten fünf Jahren haben über 600 Jugendliche aus ganz Griechenland über Youthnet Hellas an mehr als 180 geförderten europäischen Programmen teilgenommen. Dies gab ihnen die Gelegenheit, an gemeinsamen Aktionen teilzunehmen, Erfahrungen zu Themen von europäischem Interesse zu sammeln und dynamisch zur Gestaltung einer gesunden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Realität beizutragen.

Die Arbeit von Youthnet Hellas erlangte auf europäischer Ebene Anerkennung und wurde ausgezeichnet. Wichtigste Auszeichnung ist der uns vom Europäischen Parlament verliehene  Europäische Bürgerpreis 2013, durch den unsere innovative Arbeit in den letzten Jahren für das Verfassen des „Jahresberichts zum Bereich Jugend in Griechenland“ gewürdigt wurde, ebenso wie unsere starken Bemühungen, die Mobilität der Jugend in den Staaten Europas zu fördern. Des Weiteren wurde auf dem 8. Jugendforum in Paris das Projekt mit dem Titel “Training for Developing Youth Reporting Capacities (You.Re.Ca.)” mit dem Youth Label der UNESCO, das für Qualität und Exzellenz steht, ausgezeichnet.

Worum geht es bei diesem Projekt?

Dimitris Makrystathis: Von den 1.532 Vorschlägen, die aus aller Welt eingereicht wurden, befand sich der Vorschlag von Youthnet Hellas unter den 15, die weltweit ausgezeichnet wurden, und unter den 3 aus dem geographischen Raum Europa und Nordamerika. Unser Vorschlag konzentriert sich auf die Ausbildung von Jugendlichen, die an der Spitze von Jugendorganisationen oder NGOs stehen, um Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen beim Verfassen der Nationalen Jugendberichte eine Hilfe sein werden. Im Juli 2015 wurden 50 Jugendliche aus 41 Ländern im Bereich des youth policy reporting ausgebildet, um einen bewussteren Umgang mit den Problemen der Jugend und eine aktivere Beteiligung der Jugend bei Entscheidungsprozessen zu erzielen. Erfahrene Ausbilder von Youthnet Hellas haben das durch Forschung und das Verfassen des Jahresberichts in diesen Jahren erworbene Know-how an Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern vermittelt mit dem Ziel, ähnliche innovative Initiativen bei sich zu Hause zu entwickeln.

Haben Sie in der Vergangenheit Kooperation mit deutschen Organisationen gehabt? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Dimitris Makrystathis: Youthnet Hellas hat in den letzten Jahren kontinuierlich mit deutschen Organisationen und Trägern zusammengearbeitet, und es gibt ein reges und ungetrübtes Interesse von beiden Seiten für eine weitere Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Ländern und die engere Kooperation im Bereich der Jugend. Unsere bisherigen Erfahrungen sind hervorragend und wir hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt, bzw. dass sie noch weiter ausgebaut werden. Als Beispiel möchte ich ein deutsch-griechisches Seminar erwähnen, das wir vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert Stiftung und der Organisation aktuelles forum e. V. in Athen durchführten. Auch ist aktuell ein neues Jugendaustauschprogramm in Zusammenarbeit mit dem Träger Sächsische Jugendstiftung in der Planung, dessen Finanzierung schon steht und im Oktober in der Stadt Larissa stattfinden wird. 

Welche Ratschläge würden Sie an deutsche Träger geben, die an einer Kooperation mit Griechenland interessiert sind?

Dimitris Makrystathis: Was wir mit Sicherheit sagen und auch am Beispiel unserer eigenen Organisation bestätigen können, ist, dass viele griechische Organisationen immer offen gegenüber einer Zusammenarbeit mit deutschen Trägern sind, gerade in der heutigen Konstellation, wo die soziale und wirtschaftliche Situation in Europa die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beeinflusst hat. Die Dutzende von gemeinsamen deutsch-griechischen Projekten, die aktuell durchgeführt werden, sind außerdem der Beweis für die systematische und effiziente Zusammenarbeit, die es zwischen uns gibt. Die deutschen Träger können zuverlässige griechische NGOs suchen, indem sie auch auf frühere Kooperationen der Organisationen zurückgreifen, und ihre Vorschläge in Deutschland bzw. in Griechenland einreichen.

Zu den besonderen Aktivitäten von  Youthnet gehört auch das Verfassen des umfangreichen Jahresberichts der Jugend. Wer schreibt ihn, an wen ist der Bericht adressiert und wer liest ihn schließlich? Welches Feedback hatten Sie bisher?

Dimitris Makrystathis: Allen Widrigkeiten der heutigen Zeit zum Trotz und mit großem Tatendrang hat eine Gruppe von jungen Freiwilligen aus ganz Griechenland die Initiative ergriffen, eine Studie, nämlich den Jahresbericht für die Jugend 2009, zu erstellen. Die konkrete Studie hat eine besondere Bedeutung, zumal sie erstmals in Griechenland von einem unabhängigen Träger durchgeführt wurde. Das soziale und politische Engagement der jungen Menschen, die Gesetzgebung, die sie betrifft, die Bildungsstrukturen, die modernen Formen der Kommunikation, die Programme – griechische und europäische –, zu denen sie Zugang haben, ebenso wie ihre Finanzierungsquellen waren einige der Aspekte, um die es in diesem gesamtgriechischen Bericht geht, dessen Ambition es ist, sich im Bereich der Jugend-NGOs zu etablieren. Diese Initiative wird bis heute mit großem Erfolg fortgesetzt. Alle Berichte befinden sich bereits in Hochschul- und Fachhochschulbibliotheken in ganz Griechenland und sind kostenlos zugänglich für die Öffentlichkeit – ob für Forschungszwecke oder zur persönlichen Information von interessierten jungen Menschen.

Für wann ist die Veröffentlichung des neuen Berichts vorgesehen?

Dimitris Makrystathis: Wir hoffen, dass Ende 2015 die Neuausgabe unseres Berichts fertig gestellt sein wird. Wir legen besonderen Wert auf die Qualität des Materials und wir konzentrieren uns auf die Dokumentation  der Daten und die möglichst effizienteste Präsentation der Fakten.

Vor einiger Zeit haben Sie gesagt, dass die Situation in Griechenland im Hinblick auf die Jugend relativ desolat sei. Wie sollen wir uns das vorstellen?

Dimitris Makrystathis: Leider ist die Situation alles andere als rosig für die Jugend in Griechenland. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt konstant bei über 50% und viele Jugendliche – die meisten gut qualifiziert – sehen sich gezwungen, ins Ausland auszuwandern. Auf der anderen Seite sind die staatlichen Förderstrukturen für die Jugend fast nicht vorhanden oder werden kaum bedient, aufgrund ihrer Unterfinanzierung bzw. des schlechten Managements. All das führt dazu, dass die Mehrheit der jungen Menschen pessimistisch bezüglich ihre Zukunft sind, und trägt zur Verschärfung der sozialen Probleme bei, wie beispielsweise die Zunahme des Extremismus.

Im Juli haben Sie im Rahmen der Vorbereitungsarbeit für das Deutsch-Griechische Jugendwerk als Vertreter von Youthnet am Treffen mit deutschen Akteuren teilgenommen. Was hat diese Begegnung Youthnet gebracht  - auch im Hinblick auf zukünftige Aktivitäten?

Dimitris Makrystathis: Diese Begegnung mit den deutschen Trägern war besonders wichtig für uns. Leider hatten wir wegen des dichten Programms und des engen Zeitplans nicht die Möglichkeit gehabt, unsere „Vision“ dieser neuen Institution vollständig darzustellen. Wir hatten allerdings Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit den deutschen Akteuren, über Themen von gemeinsamem Interesse zu diskutieren und zukünftige Aktionen gemeinsam mit der deutschen Seite zu planen. Auch konnten wir das Bild der griechischen Jugend in den Zeiten der Krise präsentieren, aber auch wertvolles Wissen über Bereiche und Aktionen bekommen, die für uns von Interesse sind. Dieses Treffen war im Grunde ein wertvoller Austausch und wir hoffen, dass es bald wieder stattfindet.

Und eine letzte Frage: Wie „träumen“ Sie von einem solchen Jugendwerk?

Dimitris Makrystathis: Wir sind uns der Schwierigkeiten, die mit der Errichtung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks einhergehen, bewusst. Wir hoffen aber, dass es Fortschritte geben wird und dass es sehr bald Realität wird. Wir glauben, dass diese Institution den Trägern der Jugendarbeit in Griechenland wie in Deutschland den notwendigen Impuls geben wird, um mehr gemeinsame Aktionen zu entwickeln und sich näher zu kommen. Die bilaterale Kooperation unserer Länder ist besonders jetzt wichtig, wo die Jugend hart geprüft wird. Dieses Jugendwerk soll einen „Knotenpunkt“ und ein „Bindeglied“ zwischen der Zivilgesellschaft Griechenlands und Deutschlands darstellen, sie stärken und ihre Initiativen mit Taten unterstützen!

Wir danken Ihnen sehr!

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15 Νοεμβρίου 2013

Mehr Krise weniger Demokratie?

Wenn die Massenmedien in den letzten paar Jahren über Griechenland berichteten gab es nur ein Thema, die Finanzkrise. Reporter und Analysten diskutieren lange über Arbeitslosigkeit, Sparmaßnahmen und Budgetkürzungen. Aber geht es nur ums Geld?

In Griechenland gibt es das Gefühl, dass die Krise außer der Wirtscha auch die Demokratie in einer sehr negativen Weise beeinflusst hat. Vor kurzem schloss die Regierung plötzlich das Öffentliche Fernsehen (ERT). Es war eine Entscheidung, die sinnlos war. ERT war ein profitables Unternehmen mit einem qualitativ hochwertigen Programm.

Sicher ist, es war ein Volltreffer auf die Freiheit der Presse. Inzwischen warden die meisten Journalisten für Korruption und unlauterer Unterstützung der Regierung verantwortlich gemacht.

Im Laufe der Krise ist ein Anstieg aller Formen von Gewalt zu verzeichnen. Die Kriminalitätsrate ist gestiegen, während die Polizei nicht in der Lage ist sie zu bekämpfen. Diebstähle und Raubüberfälle sind häufig geworden. Der Terrorismus ist auf seinem Höhepunkt, rekrutiert neue Mitglieder und greift mehrere Ziele an. Repressive Kräe üben auch im Zentrum von Athen exzessive Gewalt gegen friedliche Demonstranten aus.

Im politischen Bereich müssen wir ein Wiederaufflammen der rechtsextremen Parteien beobachten, frustrierte Anhänger unter armen Menschen, die glauben, dass es keine Hoffnung gibt aus der Krise zu kommen.

Angesichts der Empörung der Bürger gegen das aktuelle politische System und mit der Arbeitslosigkeit als Vorwand, wenden sich die Bürger (darunter viele Arbeitslose) gegen Einwanderer. Angestiftet wird brutale Gewalt gegen unschuldige Menschen. Das schafft eine alarmierende neue konservative, fremdenfeindliche und rassistische Tendenz in der Gesellschaft.

Die Goldene Morgenröte (Chryssi Avgi), die ultranationalistische Partei in Griechenland, erhielt 6,9% bei der Gesamtabstimmung im Jahr 2012. Heute zeigen Meinungsumfragen, dass zu ihren Anhängern bereits 13% der gesamten Wählerschaft zählen.

Alle diese Ergebnisse zeigen die dramatische Situation der Demokratie im heutigen Griechenland. Als Ergebnis müssen wir Konflikte zwischen sozialen Gruppen und ein Sinken des sozialen Zusammenhalts beobachten.

Kürzlich veröffentlichten viele Experten mehrere Artikel, die Griechenland mit dem Deutschland der Weimarer Republik verglichen und ihre Angst darüber äußerten. Es ist eine Verpflichtung der jungen Menschen in Griechenland und Europa die Demokratie mit allen Mitteln zu schützen!

Το παρόν άρθρο δημοσιεύτηκε στην εφημερίδα Ελληνική Γνώμη.

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